Interview No. 7

01.04.2016

mit Norbert Haab

Wir freuen uns sehr, euch einen weiteren Künstler bei MAILETTI vorstellen zu dürfen: Norbert Haab lebt in Nordrhein-Westfalen und beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem Sichtbarmachen des Unbewussten. Häufig benutzt er dafür die Monotypie, ein Druckverfahren, welches im 17. Jahrhundert in Italien entwickelt wurde. Die Monotypie ist ein spannendes und vielseitiges Verfahren, bei dem das eigentliche Unikat ein Abdruck ist.

Norbert Haab nutzt diese Technik auf virtuose Weise: mit effektvolle Bildlandschaften und filigranen Andeutungen ermöglicht er dem Betrachter, in seine eigenen Traumwelten zu blicken. Wir freuen uns sehr, Norberts beeindruckende Monotypien bei MAILETTI anbieten zu können.

 

Wie bist du zur Kunst gekommen?

Schon während meiner Schulzeit interessierte ich mich sehr für Kunst im Allgemeinen und habe mich auch gerne mit den verschiedenen Techniken und Kunstrichtungen praktisch auseinandergesetzt. Beruflich und autodidaktisch beschäftigte ich mich viele Jahre mit Kommunikationsmodellen und dem Unbewussten. Später wuchs in mir der Drang, die Welt des Unbewussten sichtbar zu machen.

 

Wo stehst du im Moment in deinem Leben und mit deinen Arbeiten?

Ich versuche den Zugang zum Unbewussten zu verbessern. Die Loslösung vom Darstellenden und die Steigerung des Interpretierbaren sind das Ziel.

 

Hast du Arbeiten von Dir in deiner Wohnung hängen?

Ja, es hängen einige Bilder bei uns im Haus. Sie sind thematisch oder farblich gruppiert und werden häufiger gewechselt. Dabei ergeben sich immer wieder neue Aspekte. Ich finde es schön und beruhigend, die Bilder täglich zu sehen.

 

An welchen Projekten arbeitest du gerade?

Derzeit steigere ich das Format weiter – ich versuche größere Drucke herzustellen. Gleichzeitig sollen sich die Farben reduzieren und wesentlich leichter und schlichter werden.

 

Was sind deine künstlerischen Ziele?

Mein Ziel ist es, dass die Betrachter meiner Bilder einen leichteren Zugang zu ihrem eigenen Unbewussten erhalten und von meinen Bilder profitieren.
Ich persönlich möchte mich immer weiter und intensiver mit Hilfe meiner Bilder kennen lernen und erkennen.

 

Welche Künstler oder deren Arbeiten bewunderst du?

Für mich sind Edward Hopper, Karl Otto Götz, Günther Uecker, Peter Tomschiczek und Wolfgang Laib echte Vorbilder. Alle haben ganz besondere Eigenschaften, die ich sehr bewundere.

 

Gibt es ein Kunstwerk, dass dich besonders beeindruckt hat?

Ja, ‚Gas‘ von Edward Hopper, das Bild einer Tankstelle.

 

Wie würdest du deinen Stil bezeichnen?

Abstrakter Expressionismus.

 

Was beeinflusst dich, was sind deine Inspirationsquellen?

Ich sammle Gedanken ein und schicke diese tiefer ins Nichtbewusste. Auch versuche ich, Geschichten hervorzulocken. Dabei entstehen bereits fertige Bilder in mir. Dieser Prozess dauert meist einige Wochen. Auch inspiriert mich sehr die Natur. Meditationen tragen auch ihren Teil bei.

 

Gibt es etwas auf das du besonders Wert legst bei deiner Arbeit?

Die Arbeit an sich muss möglich intuitiv und schnell ablaufen. Mich darf nichts Oberflächliches ablenken, sondern es soll möglichst eine Art von Trance eintreten. Wenn ich nicht mehr bewusst an Form und Farbe arbeite, gelingen die Bilder!

 

Bitte beschreibe deine bevorzugte Arbeitsweise.

Ich warte auf den richtigen Tag und die Stunde, um den gedanklichen Prozess der Wochen zuvor zu materialisieren. Es muss quasi „passen“. Dann wird zügig gearbeitet. Dazu habe ich meistens schon Papier und die Druckplatte vorbereitet. Ich muss nur noch warten. Wenn es losgeht, muss die Arbeit ungestört und schnell von der Hand gehen.

 

Was ist Kunst?

Kunst ist eine besondere Sprache. Die Sprache ist universal und wird von jedem Menschen verstanden. Diese Sprache muss man nicht erlernen. Kunst ist wie eine weitere Dimension, in der man sich bewegen und leben kann.

 

Was fasziniert dich an kleinen Formaten?

Ich komme mit meiner Technik schon von relativ kleinen Formaten. Man kümmert sich um mehr Details und die Umsetzung ist filigraner und leiser. Faszinierend finde ich immer wieder, wieviel Detailreichtum trotz des kleinen Formates möglich ist, wieviel man in kleinen Bildern entdecken kann.

 

Warum bist du bei Mailetti dabei?

Ich finde die Idee von Mailetti einfach gut. Die Menschen sollten sich mehr mit Kunst auseinandersetzen und auch Originale besitzen. Mailetti bietet Originalkunst für jedermann. Das ist für viele vielleicht ein schöner und leichter Einstieg in die Kunst.

 

 

Künstlerinterview No. 6 mit Martin Bartels