Interview No. 5

22.04.2014

mit Nora Leschinski

Noras Farb- und Bilderwelt ist einmalig!
Sie ist Gestalterin mit allen Sinnen; ob als Illustratorin mit Papier und Stift oder als Bildhauerin mit Holz und Schnitzwerkzeug.

 

 

Deine Biografie in fünf Sätzen...

Ich bin in den 70ern geboren und konnte mir nie etwas anderes als einen künstlerisch-kreativen Lebensweg vorstellen… In meiner süd-thüringischen Heimat gibt es noch heute eine Ausbildungs-Schule für Bildhauerei – dort begann mein bewusster Weg zur Gestaltung.
Im nachfolgenden Studium für Holzbildhauer-Kunst begann ich freier herumzuexperimentieren: es entstanden hölzerne Guck-Kästen, viele Kritzeleien und erste Bücherchen. Danach konnte ich während eines Stipendiums in Südfrankreich bei einem Papierkünstler tolle Papierobjekte bauen. Jetzt war ich bereit für den Sprung in die Freiberuflichkeit und entwickle seit dem verschiedenste plastische Objekte, erschaffe Grafisches, arbeite frei und angewandt…

 



Hast du Arbeiten von Dir in deiner Wohnung hängen?

Die Räume meiner Umgebung sind relativ stark von meinen Arbeiten frequentiert…Das ergibt sich einfach, da meine Objekte dort entstehen, wo ich sie in meinem Leben wirklich brauche. Daher kann ich das Dasein von so einigen meiner Prototypen genießen. Da sind Holzreliefs,  Kritzelbilder, Lampen, Möbel, Drahtobjekte von denen ich mich einfach nicht mehr trennen mag.… Außerdem umgebe ich mich mit vielen Ideen-Ansätzen, Materialien und Fundstücken, die nach ausreichender Garzeit zu etwas Fertigem werden.

 

 

Welche Künstler oder deren Arbeiten bewunderst du?

Als Bildhauerin bewundere ich sämtliche Werke von Rachel Whiteread. Sie gießt Beton- oder Gipsabdrücke von Alltagsgegenständen und macht so den unmittelbaren Leerraum von z.B. Bücherregalen, Flaschen oder sogar ganzer Häuser neu erlebbar…
Mich verzaubern aber auch diese altmodisch eingerichteten Rauminstallationen von William Kentridge, die Farben und Formen von Feininger und die Einfachheit der Kunst von Naturvölkern.

 

 

Was beeinflusst Dich, was sind Deine Inspirationsquellen?

Der großzügige Naturraum um meine Wohn- und Arbeitsstätte dient mir als großer Grund- und Haupt-Inspirationsquell. Die Zeit tickt hier sehr langsam, so dass ich genug Ruhe habe, der Pflanzen- und Tierwelt mit Neugier zu begegnen.
Daneben gibt es natürlich auch Ausstellungen, Städtetrips und Internet-Ausflüge, die mit feinsten „Gestalter-Antennen“ erkundet werden.

 

 

Bitte beschreibe Deine bevorzugte Arbeitsweise.

Ideen sammeln ist mein erster, wichtiger Schritt. Jede kleinste Eingebung halte ich gezeichnet in einer Art Zettelkasten fest. Dieser ist in die verschiedensten, für mich wichtigen Bereiche unterteilt. So hat sich im Laufe der Zeit eine recht ansehnliche Geistesblitze-Sammlung angehäuft, auf die ich ständig zugreifen kann. Eine wirksame Zusammenfügung oder Kombination der einzelnen Ideen ist dann die eigentliche Kunst und Arbeit.

 

 

Was ist Kunst?

Kunst ist, eine neue Sichtweise auf die Dinge zu geben.

 



Was fasziniert Dich an kleinen Formaten?

Kleinformatiges nötigt Einen zum genauen Hinsehen. Und wer sich darauf   
einlässt, wird belohnt: Welten tun sich auf…und im besten Falle auch neue Sichtweisen auf die Dinge…

 

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