Interview No. 3

02.12.2013

mit Leonard Ermel

Leonard Ermel ist in Berlin aufgewachsen und lebt auch immer noch hier. Seit November 2013 sind seine Unikate auf Mailetti zu finden.

     

Fotos: Dorothee Ermel


Deine Biografie in fünf Sätzen:

Nach der Wende wurde ich in Berlin geboren. Aufgewachsen bin ich in Schöneberg und Zehlendorf. Das ist übrigens beides in Berlin. Mittlerweile studiere ich an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und wohne im Wedding. Immer noch in Berlin.

 


Wie bist du zur Kunst gekommen?

Als kleines Kind habe ich immer allen von einer Fantasiewelt erzählt, die für mich wohl keine war. Dort gab es Drachen, Dinosaurier und rote Autos. Das habe ich alles gezeichnet und bin seitdem nicht mehr vom Zeichnen weggekommen. Es gesellten sich  aber andere Medien wie Malerei, Fotografie und Grafik-Design dazu und nach der Schule wollte ich Kunst- und Deutschlehrer werden. Glücklicherweise konnten diverse Bewerbungskommissionen das verhindern. Nun möchte ich lieber meinen und fremden Fantasiewelten visuelles Leben einhauchen. Deshalb studiere ich nun Visuelle Kommunikation.



Hast du Arbeiten von dir in deiner Wohnung zu hängen?

Ja, eigentlich sogar viel zu wenige. Bloß verschenke ich meine wenigen großformatigen Bilder meistens sofort, sodass nur der Kleinkram übrig bleibt.



An welchen Projekten arbeitest du gerade?

In der Uni arbeite ich mit 3 Kommilitonen an einer Projektplattform für  Asylbewerber und Flüchtlinge sowie Initiativen, Institutionen und Aktivisten, die sich darüber vernetzen können sollen. Klingt kompliziert? Das ist es.
Privat arbeite ich an meiner eigenen Webseite, einem Animationsfilm, Musik, Kinderbuchillustrationen, und an Ideen für ein Graphic Novel.



Welche Künstler oder deren Arbeiten bewunderst du?

Ich bewundere Hayao Miyazaki wegen seiner einfühlsamen Animationsfilme. Andere Menschen, die ich bewundere, sind meistens Musiker. Bei Musik kann ich richtig euphorisch werden.

 

Was beeinflusst dich, was sind deine Inspirationsquellen?

Vorallem die Stadt und die Natur. Die Stadt, weil ich tagtäglich von ihr umgeben bin und sich viele Stimmungen in ihr widerspiegeln. Die Natur, weil sie einfach vollkommen ist. Manchmal hasse ich die Stadt, doch ich glaube, ich brauche diesen Gegensatz. Gerade als Inspirationsquelle.



Welche Medien interessieren dich und warum?

Ich versuche immer, möglichst vielseitig zu sein. Zeichnung und Malerei sind sowas wie eine Basis für mich. An Videos liebe ich die Beziehung von Bild und Ton. An illustrierten Büchern und Comics die Beziehung von Bild und Text. Interaktive Medien wie Computerspiele interessieren mich auch sehr, weil sie dem Interagierenden erlauben, Teil des Geschehens zu werden.



Gibt es etwas, auf das du besonders Wert legst bei deiner Arbeit?

Ich glaube, ich lege viel Wert auf Atmosphäre. Wenn ein Bild ein bestimmtes Gefühl oder eine bestimmte Stimmung ausdrückt, vernachlässige ich gern mal die Bedeutung dahinter. Wichtiger ist es, in irgendeiner Weise zu berühren.
 


Bitte beschreibe deine bevorzugte Arbeitsweise.

An warmen Tagen male und zeichne ich sehr gerne draußen in der Natur. Im Winter beschränkt sich das eher auf öffentliche Verkehrsmittel und mein Zuhause. Entweder ich habe eine Idee und mache tausend Skizzen, um ein Konzept zu finden, oder aber ich arbeite einfach drauf los. Meistens halte ich mich jedenfalls zu sehr mit Nachdenken auf.
 


Kannst du beschreiben, was gute Kunst für Dich ist?

Für mich ist gute Kunst etwas, das mich berührt und zum Nachdenken anregt.
 


Was fasziniert dich an kleinen Formaten?

Auf kleinen Formaten kann man sehr schnell, aber gleichzeitig auch sehr detailliert arbeiten. Ich kann eine spontane Idee in all ihrer Spontanität festhalten, ohne viel planen zu müssen. Und vertieft man sich lange in ein kleines Bild, ist es auf einmal gar nicht mehr so klein.

 

 

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